Change Management – Wie kann ich Widerstände identifizieren?

 in Führung unter besonderen Umständen

Eines Vorab: Widerstände sind in Change Prozessen ganz normal, sie gehört zu jeder Entwicklung dazu und verändern sich im Laufe eines Veränderungsprozesses (siehe Grafik unten). Auch die eigenen kleineren und größeren Entwicklungsschritte laufen nicht ohne Widerstände ab. Obwohl Widerstände zu Veränderungsprozessen – in einem gewissen Maß – dazu gehören, werden sie als lästige Ausbremser wahrgenommen.

In jedem Veränderungsprozess durchlaufen Mitarbeiter – je nach Umfang des Change Projektes mehr oder weniger stark ausgeprägt – verschiedene Phasen – von Schock, über Verneinung und rationale Akzeptanz, durch das „Tal der Tränen“ über eine Bereitschaft zum Ausprobieren hin zur Integration.


Widerstand bei Veränderungsprozessen beruht auf vier Grundprinzipien:

  1. Das erste Grundprinzip haben wir bereits erwähnt: Es gibt keine Veränderung ohne Widerstand. Wenn es keinerlei Widerstand gibt, deutet dies an, dass niemand von deren Umsetzung überzeugt ist.
  2. Jeder Widerstand ist Ausdruck einer „verschlüsselten Botschaft“. Das können Bedenken, Befürchtungen oder Ängste sein. Wie Sie diese Botschaft entschlüsseln, können Sie hier lesen.
  3. Nicht beachtete Widerstände führen zu Blockaden. Sie sind ein Indikator dafür, dass die Voraussetzungen für eine reibungslose Veränderung noch nicht gegeben sind. Wer den Druck verstärkt, muss mit verstärktem Gegendruck rechnen. Wer Widerstände ignoriert und unbeachtet beiseite schiebt, riskiert daher, dass (auch folgende) Veränderungen langfristig boykottiert werden und somit erfolgskritisch und kostspielig werden können.
  4. Es geht nur mit dem Widerstand vorwärts, nicht gegen ihn. Greifen Sie Emotionen, Unsicherheiten und Fragen auf, nehmen Sie sie ernst und kanalisieren Sie sie sinnvoll.

Widerstand äußert sich unterschiedlich

Widerstände bei Veränderungsprozesse lassen sich nur schwer frühzeitig erkennen, da Bedenken meist nicht offen, direkt und laut geäußert werden. Je früher Sie eine Protesthaltung bei Ihren Mitarbeitern erkennen und verstehen, desto eher können Sie gezielt darauf eingehen und verhindern, dass sich Fronten verhärten.

Während sich aktiver Widerstand durch Angriffsverhalten wie Gegenargumentieren, Vorwürfe oder sturen Formalismus oder non-verbal durch Cliquenbildung, Unruhe und Gerüchte zu erkennen gibt, bleibt passiver Widerstand oft lange unerkannt. Mitarbeiter ziehen sich dann eher zurück, sie schweigen, bagatellisieren oder debattieren Unwichtiges und zeigen ihr Desinteresse und ihre Lustlosigkeit durch Fernbleiben von der Arbeit oder von Terminen (auch durch Krankschreibung), durch innere Emigration und Unaufmerksamkeit.

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Antworten auf Führungsfragen - Jürgen Wulff - Widerstände überwinden